Schulreferat der Evangelischen Kirche in Essen
 

 Soziales Lernen

Soziales Lernen in Schulen und an außerschulischen Lernorten

Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen (in Stichworten „Fragmentierung, Individualisierung, Wertewandel, Multikulturalität“) halten wir soziales Lernen für eine entscheidende pädagogische Herausforderung der kommenden Jahre.Mitgefühl, Respekt, Konfliktfähigkeit, Solidarität, selbstloses Handeln, Eintreten für andere oder gar das Gemeinwohl, Verantwortungsbereitschaft und andere soziale Tugenden kommen nicht von allein. Sie müssen genauso wie Mathematik oder eine Fremdsprache gelernt werden.

Im Evangelischen Schulreferat verfolgen wir deshalb die Idee, Kindern und Jugendlichen Chancen zur Bewährung im sozialen Miteinander zu eröffnen. Ernst genommen werden und andere wertschätzen, in ihrer Andersartigkeit respektieren, die eigenen Grenzen wahrnehmen und erweitern, Verantwortung übernehmen, sich für andere einsetzen, Helfen und Sinnvolles bewirken – Heranwachsenden in der Schule und an außerschulischen Lernorten diese Erfahrungen zu ermöglichen – darum geht es uns.

Im sozialen Engagement können Heranwachsende entdecken, dass sie gebraucht werden. Sie können andere Stärken und Fähigkeiten entfalten als im Fachunterricht. Sie erleben, dass der Reichtum im Zusammenleben in der Verschiedenheit der Menschen begründet ist, und ihr Menschenbild überdenken.

Wir sind davon überzeugt, dass soziale Haltungen auf Erfahrungen, Reflexion und Einsicht beruhen. Die Schule und der Fachunterricht sind ein guter Ort, um mit Schülerinnen und Schülern Erfahrungen im Miteinander zu reflektieren und sich das Soziale als Kulturtechnik anzueignen.Deshalb möchten wir die Essener Schulen dafür gewinnen, soziales Lernen als eigenständige Bildungsaufgabe in ihren Schulprogrammen fest zu verankern bzw. strategisch weiter zu entwickeln.

Nach dem Vorbild der Stadt Heidelberg haben wir die

Koordinierungsstelle für soziales Lernen
an Schulen und außerschulischen Lernorten

gegründet, um die Schulen in Essen dabei zu ermutigen und zu unterstützen.

Stichwort Koordinierungsstelle: Das Konzept

Wer wir sind & Koordinierungsstelle "zum hören" (Audiobeitrag Radio)

Wir bieten uns als Plattform und Multiplikatorin für bewährte Modelle des sozialen Lernens in der Schule an.Soziales Lernen hat ja schon seinen Platz im Schulleben vieler Essener Schulen – in kooperativen Lernformen, in sozialen Projekten, in Modellen wie dem „Streit-Schlichter-Programm“ oder der Schülernachhilfe. Wir wollen dazu beitragen, dass Schulen voneinander lernen und gute Ideen zum sozialen Lernen in Essen bekannt werden.

Wir bieten uns als Vermittlerin zwischen den Essener Schulen und sozialen und diakonischen Einrichtungen in Essen.Einige Schulen in Essen haben sich bereits auf den Weg gemacht und ergänzend zu den Praktika zur beruflichen Orientierung Sozialpraktika über ein bis zwei Schulwochen in eingeführt. Natürlich lernen die Schülerinnen und Schüler auch in den Sozialpraktika Berufsfelder im sozialen Bereich kennen. Darin liegt jedoch nicht der Schwerpunkt dieser Praktika. In den Sozialpraktika geht vor allem darum, dass Heranwachsende Zusammenhänge in unserem Sozialsystem begreifen, die Motive für ein soziales Engagement kennen lernen, Menschen mit Handicaps begegnen, eigene Stärken und Schwächen erleben und bedenken, ihr Menschenbild überprüfen oder Respekt vor anderen Menschen lernen. In der Regel suchen sich Schülerinnen und Schüler Praktikumsplätze selbständig. Das gilt auch für Sozialpraktika. Gleichwohl möchten wir den Essener Schulen unsre Kontakte zu sozialen und diakonischen Einrichtung gerne zur Verfügung stellen.

Wir bieten den Schulen in Essen an, sie bei der Einführung von Sozialpraktika im Schulprogramm zu beraten und organisatorisch zu unterstützen. Dabei regen wir an, neben den Blockpraktika auch andere Formen des Sozialpraktikums mit in den Blick zu nehmen. An der Elsa-Brändström-Realschule in Essen zum Beispiel verpflichten sich Schülerinnen und Schüler über einen begrenzten Zeitraum zu einem ehrenamtlichen Engagement in einer sozialen Einrichtung. Das Engagement wird den Schülerinnen und Schülern mit einem Zertifikat der Schule bescheinigt. Wir halten diese Anbahnung bürgerschaftlichen Engagements außerhalb des Stundenplans über einen verabredeten Zeitraum etwa von einem Schulhalbjahr für ein gelungenes Konzept. Es wäre schön, wenn sich andere Schulen in Essen zu einem ähnlichen Modell entschließen wollten. Wir möchten gerne dafür werben. Die jungen Menschen haben über die wertvollen Erfahrungen in der ehrenamtlichen Mitarbeit hinaus einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Gewinn: Das Zertifikat der Schule über das soziale Engagement erhöht die Chancen der jungen Menschen in ihrer beruflichen Laufbahn.

Wir bieten Schülerinnen und Schülern, die allein keine Praktikumsplätze in sozialen Einrichtungen in Essen finden, an sie bei Vermittlung zu unterstützen. Dazu haben wir eine Liste möglicher Praktikumsstellen erstellt, die wir ständig erweitern wollen.
pdf Liste als PDF-Datei herunterladen

Vielleicht müssen Sie in Ihrem Kollegium noch Überzeugungsarbeit für das soziale Lernen als eigenständige Bildungsaufgabe leisten. Vielleicht sind Sie auch schon so weit, dass Sie mit Ihrem Kollegium ein Curriculum soziales Lernen verabreden wollen und möchten sich dabei beraten lassen. Wir bieten an, schulintern oder auch schulübergreifend Lehrerfortbildungen zum Sozialen Lernen zu organisieren.

 Wer sind wir?

Susanne Schnettler-Dietrich und Dietmar Klinke Die Koordinierungsstelle ist eine Einrichtung des Evangelischen Schulreferats Essen. Wir orientieren uns am Leitbild der „Verantwortlichen Gesellschaft“ , in der Verantwortungsübernahme für den Mitmenschen und für das gemeinsame Wohl, Solidarität und Menschenrechte, Integration statt Segregation, Hilfe für Schwache und Schutzbedürftige - eine christliche aber genauso eine allgemein-ethische Handlungsperspektive der Zivilgesellschaft darstellen. Mit unserem Eintreten für das Soziale Lernen verstehen wir uns deshalb überkonfessionell. Wir suchen die Zusammenarbeit mit allen Initiativen, Einrichtungen und Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege und der Jugendarbeit in Essen und stellen unsere Angebote allen Essener Schulen zur Verfügung. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer können sich ohne Ansehen ihrer religiösen oder weltanschaulichen Bindung an die Koordinierungsstelle für soziales Lernen wenden.

Ihre Ansprechpartner in der Koordinierungsstelle sind: Susanne Schnettler-Dietrich, Lehrerin für Evangelische Religion und Philosophie am Mädchengymnasium Borbeck, und Pfarrer Dietmar Klinke, Schulreferent für die allgemeinbildenden Schulen in Essen.

Kontakt:
Susanne Schnettler-Dietrich, Telefon 0201 / 36 78 96
E.Mail: schnettler.dietrich@yahoo.de
Dietmar Klinke, Haus der Ev. Kirche, III. Hagen 39, 45127 Essen, Tel. 0201/ 2205240
E-Mail: schulreferat@evkirche-essen.de

pdf Liste mit Praktikumsplätzen herunterladen

Koordinierungsstelle zum Hören:
Nachfolgend finden Sie einen Beitrag über die neue Koordinierungsstelle für die Sendung "Himmel und Essen", das ökumenische Kirchenmagazin auf Radio Essen, am Sonntag, 11. Januar 2009. Der Beitrag enthält mehrere Statements von Dr. Wolfgang Sykorra, Leiter der Koordinierungsstelle von 2009 bis 2015. Moderator der Sendung ist Volker van Haren.
audio beitrag  Beitrag (mp3) anhören

 

nach oben