Schulreferat der Evangelischen Kirche in Essen
 

 Aktuelles 



Schulreferent des Kirchenkreises Oberhausen ist im Alter von 52 Jahren gestorben

Wir trauern um Pfarrer Harald Wilhelm

Wir trauern um Pfarrer Harald Wilhelm. Er ist am 19. März 2018 gestorben. Viel zu früh! Er hat 52 Jahre gelebt. Er hinterlässt eine Familie und eine dankbare Kirchengemeinde, in der er, solange seine Kräfte es zuließen, engagiert mitgearbeitet hat. Seit Ende 2015 hat Harald Wilhelm außerdem das Schulreferat des Kirchenkreises Oberhausen geleitet. In dieser Funktion haben wir vertrauensvoll zusammengearbeitet und gemeinsam Fortbildungs-programme für die ReligionslehrerInnen der MEO-Region entwickelt. Einige Essener ReligionslehrerInnen haben Harald Wilhelm kennen-gelernt. Er war auch als Schulreferent mit Leib und Seele Pfarrer. Wir alle haben seine herzliche, ermutigende und verbindliche Art geschätzt. Ich bin dankbar für die Begegnungen mit einem guten Menschen, der im Glauben tief gegründet war. Gott möge ihn in seiner Liebe bergen und seine Familie durch das finstere Tal der Trauer geleiten.

Dietmar Klinke
Pfarrer und Schulreferent des Kirchenkreises Essen

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Kirchen stellen sich auf eine veränderte Schullandschaft ein

Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht wird ab 2018 möglich

Präses Manfred Rekowski, Evangelische Kirche im Rheinland, Präses Annette Kurschus, Evangelische Kirche von Westfalen, und Landessuperintendent Dietmar Arends, Lippische Landeskirche, sowie der Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn, der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Erzbischof Hans-Josef Becker aus Paderborn und Bischof Dr. Helmut Dieser aus Aachen haben Vereinbarungen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht ab dem Schuljahr 2018/19 unterzeichnet. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Bildung in Düsseldorf und die Bezirksregierungen begrüßen die Initiative der Kirchen.

Mit dieser Zusammenarbeit stellen sich die beiden großen Kirchen auf die veränderte Schullandschaft ein, denn die Zahl christlicher Schülerinnen und Schüler ist rückläufig. Religionsunterricht, den ausschließlich Schülerinnen und Schüler einer einzigen Konfession besuchen, findet immer seltener statt. Zudem sind auch bei getauften Kindern und Jugendlichen christliche Traditionen und biblisches Wissen schon längst nicht mehr selbstverständlich. „Der Religionsunterricht trägt so vertieft zur religiösen und allgemeinen Bildung bei, er thematisiert Grundfragen des Lebens, regt zum kritischen Nachdenken über die eigenen Religiosität an und befähigt zum Dialog“, sagt der Schuldezernent und stellvertretende Leiter der Bildungsabteilung der Evangelischen Kirche im Rheinland, Landeskirchenrat Eckhard Langner, im Blick auf die Kooperation.

„Weil es das Christentum nur in konfessioneller Ausprägung gibt, ist Religionsunterricht bekenntnisorientiert geprägt“, sagt Langner weiter. Die Verantwortlichen in den Kirchenämtern und Generalvikariaten hoffen, dass mit den neuen Vereinbarungen die authentische Begegnung mit der anderen Konfession nachhaltig möglich wird und man sich der eigenen Konfession bewusster werden kann.

Schon jetzt kommt es nicht selten vor, dass der evangelische oder katholische Religionsunterricht im Klassenverband erteilt wird – aus organisatorisch-praktischen Gründen, wenn etwa nur wenige katholische oder evangelische Kinder vorhanden sind. Diese Praxis entspricht allerdings weder dem Grundgesetz noch der nordrhein-westfälischen Landesverfassung oder dem Schulgesetz des Landes. Denn danach werden die Inhalte vom Staat in Übereinstimmung mit den Religionsgemeinschaften festgelegt: Der Unterricht ist immer an das jeweilige – katholische oder evangelische – Bekenntnis gebunden. „Die Vereinbarungen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht heben diese Unterschiede nicht auf, sondern geben ihm vielmehr eine zeitgemäße und dialogfördernde Form“, sagt Schuldezernent Eckhard Langner.

„Gemeinsamkeiten stärken – Unterschieden gerecht werden“, so heißt denn auch die leitende Absicht der Vereinbarungen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Dazu sind die weiterhin geltenden evangelischen und katholischen Lehrpläne aufeinander zu beziehen und in entsprechende Unterrichtsplanungen zu übersetzen. Wie bisher können auf Wunsch und mit Zustimmung der betreffenden Lehrkraft auch Schülerinnen und Schüler anderer Religionen am Religionsunterricht teilnehmen.

Eine Grundschule oder eine weiterführende Schule im Sekundar I-Bereich, die in das neue Modell einsteigen will, muss bei der zuständigen Schulaufsichtsbehörde einen Antrag stellen. Das Einvernehmen mit den Kirchen wird vor Genehmigung hergestellt. Voraussetzungen dafür sind vor allem, dass die Fachkonferenzen den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht befürworten, die Schulkonferenz darüber berät und entsprechende Unterrichtspläne vorliegen, die u. a. den Wechsel der Fachlehrkräfte berücksichtigen. Eine begleitende Fortbildung wird den Schulen angeboten.

Quelle: Pressestelle der Evangelischen Kirche im Rheinland

» Zur Meldung auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland

Online-Ausstellung über die NW-Zeit

Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus

Wie haben sich Christinnen und Christen sowie die Kirche im Dritten Reich verhalten? Seit einiger Zeit kann man sich darüber im Internet informieren. Die virtuelle Ausstellung „Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus“ regt dazu an, über Handlungsspielräume, Konflikte und Widersprüche, Anpassung und Verweigerung, Wegschauen und Resistenz, Unterstützung und Widerstand nachzudenken. Die Ausstellung besteht aus drei Hauptbereichen: Zeiten, Menschen und Grundfragen. Das Angebot ist so aufgebaut, dass alle Altersgruppen auf verschiedenen Ebenen Zugang finden.

Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind ihre Regionalteile. Nach „Bayern“, „Württemberg“ und „Mitteldeutschland“ ist inzwischen der Regionalteil „Rheinland“ freigeschaltet. Er handelt von der besonderen Entwicklung in der Nazizeit auf dem Gebiet der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland. Trägerin der Ausstellung ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte, eine Einrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Regionalteil „Rheinland“ wurde von Mitgliedern des landeskirchlichen Ausschusses für rheinische Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte ehrenamtlich erarbeitet.

» Homepage der Ausstellung

Kampagne zur Integration von jungen Flüchtlingen gestartet

Schule für alle!

Die Landesflüchtlingsräte, der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. und „Jugendliche ohne Grenzen“ haben die Kampagne „Schule für alle!“ initiiert. Eine aktuelle Bestandsaufnahme über den Bildungszugang für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutschland belegt die strukturelle Ausgrenzung Zehntausender vom Lernort Schule. Dies steht im Widerspruch zum „Recht auf Bildung“, wie es in der UN-Kinderrechtskonvention oder in der Charta der Grundrechte der EU festgeschrieben ist. Die Kampagne „Schule für alle!“ fordert daher: „Das Recht auf Bildung kennt keine Ausnahme“. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Pro Asyl unterstützen die Kampagne. Im Internet kann man die Kampagne mitunterzeichnen:

» Zur Homepage der Kampagne "Schule für alle!"

Gemeinsame Erklärung

Evangelische und katholische Schulreferate begrüßen islamischen Religionsunterricht

Die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts ist das Thema einer ökumenischen Fortbildung mit Dr. Ahmet Ünalan, verantwortlicher Referent des NRW-Schulministeriums, zu der das Schulreferat der Evangelischen Kirche in Essen und das Dezernat Schule und Hochschule des Bistums Essen die Schulleitungen und Lehrkräfte aus den Schulen der Primar- und Sekundarstufen am Mittwoch, 28. September, von 15 bis 17.30 Uhr ins Haus der Evangelischen Kirche, III. Hagen 39, einladen.
Schon im Jahr 2012 hat ein Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung die Grundlage für die flächendeckende Einführung des Islamischen Religionsunterrichts (IRU) in den nordrhein-westfälischen Schulen gelegt; seitdem wird er schrittweise an den Grund- und weiterführenden Schulen eingerichtet. „Mit der Veranstaltung wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir diese Entwicklung begrüßen, erklären Nicola Stud vom Dezernat Schule und Hochschule des Bistums Essen und Dietmar Klinke, Schulreferent des Kirchenkreises Essen. „Die muslimischen Schülerinnen und Schüler haben nach unserer Überzeugung ein Recht auf religiöse Bildung in der Schule. Gleichzeitig erhöht die Einrichtung des Islamischen Religionsunterrichts die Chancen für neue Formen eines interreligiösen, am Dialog orientierten Lernens. Alle Schulfächer, die an religiöser Bildung beteiligt sind, sollten deshalb noch besser miteinander kooperieren.“
In seinem Impulsvortrag wird Dr. Ahmet Ünalan die Bedeutung, die die religiöse Bildung in einer pluralistischen Gesellschaft hat, sowie die entsprechenden schulgesetzlichen Grundlagen erläutern. Außerdem informiert er über die Aufgabe des Beirats für Islamischen Religionsunterricht und die Ordnung für die Lehrerlaubnis (Idschaza), bevor es zum Schluss um die entsprechenden Lehrpläne und den Stand der Lehrerausbildung geht. Der darauffolgende Austausch bietet eine gute Gelegenheit für Fragen, Bedenken und kritische Rückmeldungen.
Information, Anmeldung: Schulreferat des Kirchenkreises Essen, Telefon 0201 2205-240.

Unser Tipp: Der aktuelle Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Gott und die Welt. Religion macht Geschichte

"Gott und die Welt. Religion macht Geschichte" lautet das Thema der 25. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2017 sind alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter 21 Jahren aufgerufen, auf historische Spurensuche vor Ort zu gehen. Es gibt 550 Geldpreise auf Landes- und Bundesebene zu gewinnen. Vom Ablasshandel im Mittelalter über buddhistische Vereine im Kaiserreich bis zum interreligiösen Gottesdienst in der jüngeren Zeit – ein breites Themenspektrum gilt es zu erforschen. Glaube und Religion haben vielfältige Spuren in der Geschichte hinterlassen. Sie hatten oft eine friedensstiftende Wirkung, doch kommt es bis heute aufgrund von Glaubensfragen auch immer wieder zu Gewalt und Konflikten. Junge Leute sind aufgerufen, sich ein eigenes Bild an ihrem Schulort, in ihrer Region oder in ihrer Familiengeschichte zu machen.

» Informationen auf der Homepage der Körber-Stiftung

Pressemitteilung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW

Wichtiges Zeichen für die Stärkung des interreligiösen Dialogs

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat am 31. Mai 2016 mit Vertretern der am schulischen Religionsunterricht beteiligten Bekenntnisse die „Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen“ unterzeichnet. Die Erklärung bekräftigt die Bedeutung des bekenntnisorientierten Religionsunterrichts für ein friedliches und respektvolles Miteinander.
Im Lebensraum Schule lernen Kinder und Jugendliche: Religion ist keine Privatsache. Wie Menschen glauben, aus welcher Quellen der Glaube sich nährt, worauf sie hoffen, wofür sie leben – das ist nicht egal. Es gibt Unterschiede. Und auch Toleranz hat Grenzen in einer Demokratie. Da ist Freiheit aber in Verantwortung. Das Eigene immer besser verstehen und die Perspektive wechseln können, das Gemeinsame suchen und das bleibend Verschiedene respektieren, im Wissen darum, dass unser Erkennen immer Stückwerk bleibt und wir voneinander lernen können, miteinander feiern und uns daran freuen, dass Gott auf so unterschiedlichen Wegen Menschen erreicht – das lernen Heranwachende im Religionsunterricht. Religiöse Bildung und interreligös-dialogisches Lernen in der Schule sind Wege der Prävention, sie können fundamentalistische Abschottung, Radikalisierung und Gewalt abwenden. Deshalb begrüße ich die Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, die die Kirchen und Religionsgemeinschaften am 31. Mai unterzeichnet haben, sehr.
Angesichts von Extremismus und Terror im Namen der Religion halte ich die Erklärung für ein bedeutendes Zeichen der Verständigung und des Dialogs. Sie unterstreicht den Beitrag, den der konfessionelle Religionsunterricht für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt unserer Gesellschaft leistet. Hoffentlich nehmen viele Menschen sie wahr!
Die Erklärung wurde unterzeichnet von:
- Hans-Josef Becker, Erzbischof des Erzbistums Paderborn, für die katholischen (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen,
- Dr. h.c. Augoustinos von Deutschland, Metropolit und Erzbischof, für die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland,
- Mor Philoxenus Mattias Nayis, Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche von Deutschland,
- Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, für die Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen,
- Dr. Oded Horowitz für die Jüdischen Landesverbände,
- Mehmet Soyhun, Vorsitzender des Beirats für den Islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen,
- Aziz Aslandemir, stellvertretender Bundesvorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschlands.
Den Wortlaut der Gemeinsamen Erklärung zum Religionsunterricht in NRW finden Sie unter dem nachfolgenden Link als PDF zum Anschauen und Herunterladen; der Link darunter führt zur Pressemitteilung des Schulministeriums.

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» Pressemitteilung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Taizé 2016

Ich werde wieder hinfahren!

VON SUSANNE SCHNETTLER-DIETRICH

Zum wiederholten Male erlebten Schülerinnen des Mädchengymnasium Essen-Borbeck mit SchülerInnen der Johannes-Kessels-Akademie aus Essen-Werden eine Woche in Taizé. Wir lebten auf einfache Art eine Woche in der ökumenischen Communauté der Brüder von Taizé in Burgund, Frankreich. D. h. wir lebten in schlichten Häusern, ausgestattet nur mit dem aller Nötigsten. Aber es gab in den renovierten Baracken dieses Mal USB-Stecker, so dass wir unsere Handys aufladen konnten und es in der Kirche keinen Streit mehr um die wenigen Steckdosen gab.
Dreimal täglich besuchten wir das Gebet der Brüder und meditierten beim ruhigen, immer wiederkehrenden Gesang der schönen Taizé-Lieder. Wir erlebten durch einen Bruder die Bibeleinführung. Ja und gearbeitet wurde auch – in der jeweiligen internationalen Gruppe, so dass die Arbeit durch die neuen FreundInnen versüßt wurde und es ist ja auch nie lange. Aber dadurch ist der Aufenthalt in Taizé auch finanziell tragbar.
Der Höhepunkt der Karwoche war der Ostergottesdienst: „Jesus Christus ist wahrhaft auferstanden“. Wenn in allen Sprachen der Ruf erklingt „er ist auferstanden“, antworten die Taizé-Besucher in ihrer Sprache darauf „Er ist wahrhaftig auferstanden“. Und in diesem Jahr haben wir alle erstmals den Ruf in der Gebärdensprache gesehen und beantwortet. Gänsehaut pur!
Hier einige Aussagen der MitfahrerInnen: "Ich war das erste Mal in Taizé, es war wirklich toll! Ich kann viele Dinge für mich mitnehmen und freue mich, wenn ich nochmal hierher kommen kann." - "Ich war auch das erste Mal in Taizé: es wurde nicht zu viel versprochen, ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen und noch mal dorthin fahren. Es war die beste Woche, die ich in einem fremden Land verbracht habe. Dankeschön dafür." - "Es war schön dieses Jahr, weil man viele interessante Gespräche führen konnte. Zudem gab es eine Essensversorgungslinie durch die Zimmernachbarin." - "Gott würfelt nicht...
Gott hat für jeden das Richtige parat." - "Dieses Jahr nehme ich mit, auf meinen Atem zu achten. Es wurde besser gewürzt, der Kochbruder hat Knoblauch entdeckt. Taizé ist im Umbruch: Die Baracken werden neu verkleidet und die Schilder in der Kirche sind neu. Oho! Ich fand schön, dass es nicht so voll war dieses Jahr." - „Hatred is foolish, love is wise (B. Russell). Let‘s love people out of hate and into love."
Und zu guter Letzt: NACH Taizé ist VOR Taizé: In der Karwoche 2017 soll es wieder nach Taizé gehen: Jeder Mensch ist herzlich eingeladen! Palmsonntag, 9. April, bis Ostersonntag, 16. April 2017.

Susanne Schnettler-Dietrich
schnettler.dietrich@yahoo.de

Bericht über eine Fortbildung für Schulleiterinnen und Schulleiter

Schule als sicheren Ort für Kinder mit Fluchthintergrund gestalten

Fast 60 Schulleiterinnen und Schulleiter aus Essen, Mülheim und Oberhausen waren gestern für einen ganzen Tag bei uns im evangelischen Schulreferat zu Gast. Schule als einen sicheren Ort für geflüchtete Kinder und Jugendliche, aber auch für die Fachkräfte in den sog. Seiteneinsteigerklassen zu gestalten – das war unser Thema. Die Schulleiterinnen und Schulleiter haben den Tag zu einem regen Austausch genutzt. Die Herausforderungen, vor die ihre Schulen durch die Kinder und Jugendlichen mit Fluchthintergrund gestellt werden, sind gewaltig. Aber mit viel Engagement und Liebe zu ihrem Beruf nehmen die Schulen und die Fachkräfte diese Herausforderungen an. In den Grenzen, die die Strukturen setzen, geschieht schon jetzt eine beeindruckende Arbeit in den Schulen.
Dr. David Zimmermann, Juniorprofessor an der Leibniz Universität Hannover und Fortbilder im Institut für Traumapädagogik in Berlin, hat uns großartig durch den Tag begleitet - kompetent, glaubwürdig, gut strukturiert, motivierend und humorvoll.
Ein Gedanke von David Zimmermann hat mich besonders angesprochen: „Diese Kinder sind nicht gestört, sondern sie reagieren normal auf hoch gestörte lebensgeschichtliche Erfahrungen.“ Auf der Einsicht sollte unsre Haltung in der Schule aufbauen.
Mir ist gestern viel deutlich geworden: Mein Respekt vor dem, was die geflüchteten Kinder und Jugendlichen erlebt, aber auch geschafft haben auf ihrer Flucht, ist gewachsen. Ich habe verstanden, wie wichtig für sie ein sicherer Alltag in der Schule und eine verlässliche Beziehung zu Lehrkräften und anderen Mitarbeitenden in der Schule sind. Kern ihrer belastenden Erfahrungen sind immer Beziehungsstörungen zu Erwachsenen. Deshalb ist unser pädagogischer Auftrag vor allem, korrigierende Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.
Die Schulleiterinnen wurden ermutigt, ihre Gestaltungsspielräume bei der Gestaltung ihrer Schulen auszuschöpfen, sichere Räume für die Kids und für die Lehrkräfte auszubauen, Teamstrukturen zu etablieren, den Fachkräften Supervision zu ermöglichen.
Die Herausforderungen durch die Kinder mit Fluchthintergrund bergen im Grunde viele Chancen für eine Schulentwicklung, die allen in einer Schulgemeinde zugute kommen.
Diesen Studientag habe ich Kooperation mit dem Kompetenzteam Essen, Mülheim und Oberhausen sowie dem evangelischen Schulreferat Oberhausen durchgeführt. Wir werden gemeinsam weiterarbeiten und die Schulen unterstützen. Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit!

Dietmar Klinke

Erklärung der Essener Kirchen

Gemeinsames Wort zum Umgang mit Flüchtlingen

Anlässlich der öffentlichen Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen haben die Essener Kirchen ein Gemeinsames Wort veröffentlicht. "In vielen Begegnungen dieser Tage verbinden sich Traurigkeit und Hoffnung. Angst und Streit stehen neben Solidarität und großer Offenheit. Kritik an einzelnen Standorten und der Protest gegen das, was wir aufgeben müssen und hinnehmen sollen, verbindet sich in der Wahrnehmung mit dem vielfältigen Bemühen um eine gelingende Integration von Flüchtlingen", erklären die Kirchen. Dies alles werde überlagert von der bundesweiten Diskussion, von menschenverachtenden Äußerungen in den Sozialen Netzwerken und Internetforen und jenen beschämenden Bildern etwa aus dem sächsischen Clausnitz, die für eine "neue Dimension des Hasses und der Fremdenfeindlichkeit" stünden. Vor diesem Hintergrund gerate der Umgang mit Flüchtlingen zur Bewährungsprobe: "Was trägt uns, wie kann der Alltag der verschiedenen Menschen in unserem städtischen Gemeinwesen gelingen? Trotz vieler Fragen und auch nachvollziehbarer Kritik, bei allen Sorgen und Einwänden müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu jeder Zeit die wichtigsten Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben sind", heißt es im Text.

Die vollständige Erklärung können Sie als PDF-Datei hinter dem folgenden Link herunterladen:

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Personalie

Neue Leitung der Koordinierungsstelle für Soziales Lernen

Herr Dr. Sykorra hat nach vielen Jahren engagierter Mitarbeit im Kirchenkreis Essen und im Schulreferat seine Ämter und Verantwortlichkeiten abgegeben, weil er zukünftig gern mehr Zeit seiner Familie und seiner Tätigkeit als Sachbuchautor widmen möchte. Ich bedanke mich von ganzem Herzen für die Leidenschaft und die hohe Fachkompetenz, mit der Herr Dr. Sykorra das Projekt „Evangelische Zukunftsschule Essen“ und weitere Vorhaben maßgeblich mit entwickelt und begleitet hat! Auf seine Initiative hin wurde im Schulreferat die Koordinierungsstelle für Soziales Lernen gegründet. Herr Dr. Sykorra hat auf diesem Weg zahlreiche KollegInnen beraten können, die das Soziale Lernen im pädagogischen Konzept ihrer Schulen stärken wollten. Mir war sein fachlicher, politischer und menschlicher Rat immer sehr wichtig. Zum Glück bleibt Herr Dr. Sykorra mit der Arbeit des Schulreferats verbunden – auch ohne Amt und Verpflichtung. Vielen Dank auch dafür!

Dietmar Klinke
Pfarrer und Schulreferent des Kirchenkreises Essen

Die Verantwortung für die Koordinierungsstelle für Soziales Lernen hat dankenswerterweise die Essener Lehrerin, Frau Susanne Schnettler-Dietrich, übernommen. Sie stellt sich im Folgenden kurz vor:

Mein Name ist Susanne Schnettler-Dietrich, ich unterrichte Evangelische Religion und Philosophie am Mädchengymnasium Borbeck. Seit vielen Jahren motivieren wir - angeregt durch das Schulreferat des Kirchenkreises Essen - unsere Schülerinnen dazu, ein Sozialpraktikum „SoPra“ abzulegen. Nachdem wir die Schülerinnen informiert haben, arbeiten die Schülerinnen neben dem Unterricht ca. 80 Stunden in einer sozialen Einrichtung. Dabei erfahren die Mädchen, dass ihr Engagement außerhalb der Schule sehr gefragt ist und dass die ihnen anvertrauten Menschen sehr froh darüber sind, sie regelmäßig zu sehen. Als Abschluss erstellen die Schülerinnen einen Bericht über ihr Ehrenamt, z.B. in einer Kita, einem Seniorenheim, der Tafel, einem Jugendheim, einem Sportclub. Dafür erhalten sie ein Zertifikat, das ihnen bei der späteren Berufswahl dienlich sein kann. Auf jeden Fall machen sie auch erste Schritte in die Berufswelt und können ausloten, ob der von ihnen gewählte Bereich für sie passend sein könnte. Die Wichtigkeit dieses SoPras erfährt zur Zeit durch die Landesregierung NRW eine Wertschätzung, denn ab Schuljahr 2015/2016 müssen alle SchülerInnen der Klassen 8 mindestens einen Tag lang ein SoPra absolvieren.

Gerne informiere ich Sie über das SoPra – schreiben Sie mir eine Mail an schnettler.dietrich@yahoo.de oder rufen mich an unter Telefon 0201 / 367896.

Susanne Schnettler-Dietrich

Beschluss der gemeinsamen Kreissynode vom 8. November 2003

Die Verantwortung der Evangelischen Kirche in Essen für Bildung und Erziehung - 15 Thesen

Die „Verantwortung der Evangelischen Kirche in Essen für Bildung und Erziehung“ war das Thema einer gemeinsamen Synode der drei Essener Kirchenkreise, die am 8. November 2003 im Jugend- und Kulturzentrum „Zeche Carl“ stattgefunden hat. Damit hat sich Evangelische Kirche in Essen den Herausforderungen der pluralen Gesellschaft in einer besonderen Weise gestellt. Der Tagungsort, der für Wandlungsprozesse und Innovation steht, bestärkte die Synodalen sowohl in der Verantwortung gegenüber der jungen Generation und ihrer Lebenschancen als auch in der Verantwortung gegenüber der erwachsenen Gemeinde.

Die Evangelische Kirche in Essen ist selbst auch eine Bildungsinstitution mit vielfältiger Bildungsarbeit. Sie bittet ihre Leitungsgremien, die beschlossenen Leitsätze für bildendes Handeln umzusetzen. Sie bittet ihre Kooperationspartnerinnen und –partner, die Positionierung wahrzunehmen und in einen Diskurs darüber einzutreten.

Superintendent Michael Heering
Kirchenkreis Essen-Mitte

Superintendent Helmut Keus
Kirchenkreis Essen-Nord

Superintendent Irmenfried Mundt
Kirchenkreis Essen-Süd

Die 15 Thesen finden Sie hinter dem folgenden Link:

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